15.07.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

»Die Behörden machten Jagd auf Linke«

Wer sich in Baden-Württemberg gegen Berufsverbote aussprach, dem wurde die Karriere im Staatsdienst verwehrt. Rehabilitiert sind die Betroffenen bislang nicht. Ein Gespräch mit Martin Hornung

Johannes Supe

Martin Hornung engagiert sich in der Initiative »40 Jahre Radikalenerlass«. Nachdem ihm 1975 der Beruf als Lehrer verwehrt worden war, arbeitete er in einem Heidelberger Metallbetrieb und wurde Mitglied der IG Metall. Mittlerweile ist Hornung in Rente.

Es tut sich was gegen Berufsverbote und Gesinnungsschnüffelei in der Bundesrepublik. Gegen den sogenannten Radikalenerlass, mit dem Linke und Kommunisten vom Staatsdienst ferngehalten wurden, verabschiedete die IG Metall Heidelberg im Februar einen Antrag an den Gewerkschaftstag. Den haben Sie initiiert. Wieso?

Für die IG Metall ist es ja eher die Ausnahme, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Trotzdem wurde mein Antrag einstimmig, bei nur einer Enthaltung, angenommen. Denn die Kollegen kennen mich als früheren Betriebsratsvorsitzenden und als Tarifkommissionsmitglied. Und als ich ihnen meinen eigenen Fall schilderte, war die Zustimmung schnell sehr groß.

Was ist Ihnen widerfahren?

Ich ...

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