14.07.2015 / Inland / Seite 4

Versöhnung? Niemals!

Deutschland feiert sich am liebsten für die Normalisierung der Nachkriegsverhältnisse. Mit der DDR hingegen mag sich die BRD nicht abfinden. Das hat Gründe

Matthias Krauß

Es gibt einen Bereich in der Bundesrepublik, in dem Versöhnung nicht vorgesehen, ja verboten ist. Das ist die DDR und alles, was mit ihr zusammenhängt. Seit nahezu einem Vierteljahrhundert dient der sozialistische deutsche Staat als Projektionsfläche für einen endlosen Abrechnungsmarathon, er ist Gegenstand einer auf einzigartige Weise aufgeblähten Aufarbeitungsindustrie. Einer Industrie, die seit 20 Jahren keinerlei neue grundsätzliche Erkenntnis hervorgebracht hat, welche für die historische und politische Bewertung dieses Staates maßgeblich wäre.

Wenn Deutschlands einstige Weltkriegsfeinde die Mentalität dieser Aufarbeiter besitzen würden – auch heute noch dürfte sich kein Deutscher auch nur einen Meter über die Grenze wagen. Was liegt hier vor? Vor allem: Warum dürfen Konflikte mit Millionen Toten in Versöhnung auslaufen, während der Zwist mit der DDR doch vergleichsweise opferarm verlief und alles in allem friedlich ausgetragen worden war? Bis in das...

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