08.07.2015 / Feuilleton / Seite 10

Todsünde Resignation

Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten: Der Briefwechsel zwischen Rudi Dutschke und Peter-Paul Zahl ist endlich erschienen

Carsten Prien

Für den Drucker und Dichter Peter Paul Zahl (1944–2011) waren es nicht die Kämpfe, sondern »die Pausen, die Laue ausspeien«. Jene beiden, die in der »tiefen Resignation des Jahres 1978« beginnen, sich Briefe zu schreiben, gehören sicher nicht zu denen, die das Weltgericht ausspeien wird: Peter-Paul Zahl, der sich auch gern PPZ abkürzte, und Rudi Dutschke (1940–1979).

PPZ war 1972 zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt worden, wegen eines Plakates, das »Freiheit für alle Gefangenen« forderte. Er war untergetaucht und hatte seiner Verhaftung entfliehen wollen, »laufend und im Laufen schießend«, um seine Verfolger abzuschütteln, wie er später sagte. Dabei war ein Polizist von einer verirrten Kugel schwer verletzt worden. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte ihn zu vier Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Dann änderten sich die Zeiten. Im Zuge der Konfrontation mit RAF und Bewegung 2. Juni wurde der Staat repressiver. Das erste Urteil wurde vom B...

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