29.06.2015 / Feuilleton / Seite 10

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Im Dresdener Kunsthaus setzt sich die Ausstellung »Künstliche Tatsachen – Boundary Objects« mit der kolonialen Geschichte der Stadt auseinander

Ralf Richter

Es wird gesucht nach den kulturellen Pegida-Wurzeln in Dresden. Eine davon liegt – vielen unbewusst – nicht zuletzt in deutscher Kolonialgeschichte. Mehr darüber erfährt man in diesen Tagen im Kunsthaus Dresden, der städtischen Galerie für Gegenwartskunst, die sich seit längerem schon mit dem Thema befasst. Das Kunsthaus Dresden liegt einen Steinwurf vom »Goldenen Reiter« in der Dresdner-Neustadt entfernt in der Rähnitzgasse, wo in kurfürstlichen Zeiten die Goldschmiede ansässig war, ein Teil des hier verarbeiteten Goldes kam aus Kolonien. Im Kunsthaus zeigt die Wanderausstellung »Künstliche Tatsachen – Boundary Objects« Werke von internationalen Künstlern, »die nach dem Umgang mit den ethnologischen Sammlungen in Dresden, Leipzig und anderen europäischen Städten fragen«, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Die Ausstellung versteht sich als Recherchearbeit. Die teilnehmenden Künstler setzen sich kritisch mit den ethnischen Sammlungen auseinander,...

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