26.06.2015 / Inland / Seite 4

Gräber in ganz Europa

Gedenken an Opfer der EU-Flüchtlingspolitik: Nach Räumung der Berliner Reichstagswiese fand die Kunstaktion »Die Toten kommen« in über 80 Städten Nachahmer

Susan Bonath

Über 1.700 Bootsflüchtlinge rettete die Marine in den vergangenen Tagen im Mittelmeer aus Seenot, wie die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch abend berichtete. Die Überfahrt in klapprigen Booten nach Europa ist für Hunderttausende Opfer imperialistischer Wirtschafts- und Kriegspolitik die letzte Hoffnung, ihrem Elend zu entfliehen. Zehntausende scheiterten bereits an der abgeschotteten EU-Grenze. Sie ertranken, verdursteten, starben an Entkräftung. Immer neue Tote spült die See in Südeuropa an. Viele landen Massengräbern. Die Künstler vom »Zentrum für politische Schönheit« (ZPS) haben die Opfer in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Im Rahmen ihrer Aktion »Die Toten kommen« entstehen in ganz Europa derzeit symbolische Gräber.

Die Aktion war präzise konzertiert: Monatelange Recherchen waren ihr vorausgegangen. Nach eigenen Angaben hatte das ZPS mehrere Tote identifizieren und exhumieren lassen, um sie nach Deutschland zu bringen. Man wollte das Problem zu...

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