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20.06.2015 / Thema / Seite 12

Tabu für Deutsche

Rezension. Wer die Schuldigen am Reichstagsbrand benennt, der legt die Wurzeln des Naziregimes bloß. Zu einem in der BRD bisher nicht erschienenen Werk des New Yorker Historikers Benjamin Carter Hett

Otto Köhler

Noch nie hatte ich Rudolf Augstein so ausgelassen, hämisch und schadenfroh erlebt wie in dieser kleinen Ressortleiterkonferenz morgens um zehn im Dezember 1969. Er strahlte vor Glück. Gisevius hatte nun auch seinen letzten Prozess verloren. Das war der Endsieg über alle, die noch daran zu zweifeln wagten, dass der Niederländer Marinus van der Lubbe ganz allein am 27. Februar 1933 den Reichstag angezündet hatte – und nicht die Nazis.

»Über den Reichstagsbrand wird nach dieser Spiegel-Serie nicht mehr gestritten werden. Es bleibt nicht der Schatten eines Beleges, um den Glauben an die Mittäterschaft der Naziführer lebendig zu erhalten.« Verkündet hatte Augstein das zehn Jahre zuvor, 1959, nach einer langen Fortsetzungsgeschichte des niedersächsischen Verfassungsschützers Fritz Tobias. Hans Bernd Gisevius, über dessen Niederlage sich der Spiegel-Herausgeber so unbändig freute, war ein deutschnationaler Beamter aus dem preußischen Innenministerium, den...

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