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07.12.2001 / Thema / Seite 0

Auch Göring hatte Nummernkonten

»Europäische Großraumwirtschaft« und die Finanzoase Schweiz. Wie das Deutsche Reich den Zweiten Weltkrieg finanzierte und was daran so aktuell ist

Werner Rügemer

Vor fünf Jahren gab es den Skandal der »nachrichtenlosen Konten«. Damals wurde bekannt, daß Schweizer Banken die Guthaben von Opfern des Holocaust still, konsequent und gnadenlos einkassiert haben. Vor und im Krieg hatten die eidgenössischen Banken sich den Verfolgten aus ganz Europa als sicherer Ort für deren Vermögen angepriesen. Nach dem Krieg kümmerten sie sich nicht um die Kunden, die ja vielfach von den Nazis ermordet worden waren. Kamen gelegentlich Erben mit Forderungen, wurden von ihnen rechtsgültige Totenscheine und vollständige Kontoauszüge verlangt. Erst in Folge des Skandals wurde zugegeben, daß es die »schlafenden« Konten gibt. Die Schweizer Banken und die Regierung kauften sich mit einer Pauschalzahlung von zwei Milliarden Dollar an jüdische Organisationen frei.

Die offizielle Schweiz, die von einer innigen, verfassungsüberlagernden Symbiose von Regierung und Bankenmilieu geprägt ist, konnte sich dem internationalen Druck nicht entziehen. ...

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