29.11.2001 / Inland

Unter Nachgeborenen

Tabuthema »Generalplan Ost«: An der FU Berlin diskutierten Wissenschaftler das Engagement ihrer Kollegen

Thomas Kuczynski

Thema der Veranstaltung am letzten Freitag im Hörsaal 1A der »Rostlaube« der Freien Universität war der in Nazideutschland konzipierte »Generalplan Ost«, dessen Realisierung die »Umsiedlung« von zigmillionen »nicht-eindeutschungsfähigen« Menschen aus Osteuropa zur Folge gehabt hätte. Spätestens seit den Forschungsergebnissen von Karl Heinz Roth sowie Susanne Heim und Götz Aly ist klar, daß es sich beim »Generalplan Ost« nicht allein um eine Ausgeburt faschistischen Größenwahns handelte, sondern um einen sehr konkreten Planungsvorgang, dessen Realisierung im Gebiet von Zamosc begann, der Geburtsstadt Rosa Luxemburgs, die dann Heinrich-Himmler-Stadt heißen sollte. Das Ausmaß des konzipierten Genozids zeigt, daß der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung nur ein erster Schritt auf dem Wege zur »ethnischen Säuberung« Europas gewesen wäre.

Institutionell verantwortlich für den »Generalplan Ost« war das Planungsamt beim Reichsführer SS, konzeptionell das I...

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