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18.05.2015 / Ausland / Seite 6

Revolutionäre Tradition

Kolumne für Mumia Abu-Jamal

Assata Shakur

Als ich das erste Mal die Aufnahme eines von Mumia Abu-Jamal im Gefängnis geschriebenen und gesprochenen Radiobeitrags hörte, begriff ich sofort, warum Justiz und Polizei der Vereinigten Staaten von Amerika von Anfang an so entschlossen waren, ihn hinzurichten. Dabei bediente sich Mumia, der damals der einzige politische Gefangene mit afrikanischen Wurzeln im Todestrakt war, noch nicht einmal einer besonderen aufrührerischen Rhetorik. Was er sagte, war so klar, so wahrhaftig, dass ich augenblicklich alles aus den Händen legte und mich voll und ganz auf seine Worte konzentrierte.

Mumia Abu-Jamal – Journalist, Ehemann, Vater, Großvater – ist ein brillanter Autor und Redner. Er besitzt die Fähigkeit, das zu sagen, was gesagt werden muss, und zwar auf eine sehr anschauliche und eindringliche Art. Seine Sprache, seine Stärke und seine Intelligenz erinnern mich besonders an einen Mann: El-Hajj Malik El-Shabazz, auch bekannt als Malcolm X. Mumia Abu-Jamal setzt ...

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