25.04.2015 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Keine einfache Lösung

Die Diskussion über das Urheberrecht verweist auf Schwierigkeiten linker Kultur- und Medienpolitik im digitalen Kapitalismus

Christian Fuchs

Im April 2014 machte der linke englische Verlag Lawrence & Wishart (L&W) ein Urheberrecht auf die englischen Übersetzungen der Texte von Marx und Engels geltend, die als Marx Engels Collected Works (Marx’ und Engels’ gesammelte Werke, MECW) in 50 Bänden veröffentlicht wurden. Er forderte das Marxists Internet Online Archive (1) auf, die elektronischen Versionen dieser Texte aus dem Netz zu nehmen. Das digitale Archiv leistete dieser Aufforderung Folge, wodurch eine Zeit lang auf den entsprechenden Seiten zu lesen war: »MECW File No longer Available.«

Bisher haben 6.400 Menschen die Onlinepetition »Kein Urheberrecht auf die Marx Engels Collected Works« unterschrieben (2), die fordert, dass die Werke von Marx und Engels nicht privatisiert werden sollen: »Sie sind das Gemeineigentum der Menschen, für die sie geschrieben wurden. Die Privatisierung der Werke von Marx und Engels ist so absurd wie ein Markenrecht auf die Wörter ›Sozialismus&ls...

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