21.04.2015 / Ausland / Seite 7

Völkermord in Kauf genommen

Dokumente belegen entscheidende Rolle der USA beim Abzug der UN-Truppen 1994 aus Ruanda

Jonas Brander

Am 6. April 1994 wurde das Flugzeug des damaligen Präsidenten Ruandas, Juvénal Habyarimana, beim Landeanflug auf den Flughafen der Hauptstadt Kigali mit Boden-Luft-Raketen abgeschossen. Habyarimana und sein Amtskollege aus Burundi, Cyprien Ntaryamira, kamen dabei ums Leben. Nur eine Stunde später putschten Hutu-Extremisten, bauten Straßensperren und Barrikaden auf und begannen mit der systematischen Ermordung von Angehörigen der Tutsi-Minderheit. In den darauffolgenden 100 Tagen wurden 800.000 bis eine Million Menschen getötet.

Viele Experten geben der UN eine Mitschuld an dem Völkermord, denn anstatt die bereits bestehende Friedensmission zum Schutz der Minderheit aufzustocken, wurden fast alle Truppen abgezogen. Der Leiter der UN-Friedensmission, Roméo Dallaire, hatte bereits drei Monate vor der Eskalation der Gewalt vor der »Vernichtung« der Tutsi-Minderheit gewarnt.

In der bisherigen historischen Aufarbeitung der Ereignisse war vor allem Belgien eine ...

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