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20.04.2015 / Inland / Seite 4

Allmachtgebaren und Willkür

Neuauflage einer Dokumentation der Antirassistischen Initiative über tödliche Folgen der Flüchtlingspolitik

Ulla Jelpke

Deutsche Flüchtlingspolitik kostete seit 1993 mindestens 451 Menschen das Leben. Das hat die Antirassistische Initiative (ARI) in Berlin im Rahmen ihrer jetzt bis Ende 2014 fortgesetzten Dokumentation »Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen« errechnet.

Viele Verzweifelte begingen Suizid angesichts drohender Abschiebungen, starben aufgrund direkter Gewaltanwendung durch Polizei bzw. Wachpersonal oder wegen unterlassener Hilfeleistung in Flüchtlingslagern und Abschiebeknästen. Sie ertranken beim Versuch, die polnisch-deutsche Grenze Deutschlands an der Neiße zu überqueren oder starben im Radkasten eines Flugzeuges, mit dem sie nach Deutschland zu kommen hofften. Einige wurden nach ihrer Abschiebung gefoltert und ermordet. Weitere 94 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe etwa bei Anschlägen und Bränden. Dazu kommende Tausende Fälle, in denen Menschen Verletzungen infolge der staatlichen Flüchtlingspolitik davontrugen.

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