18.04.2015 / Inland / Seite 4

Unrühmliche Traditionslinie

Angst vor Ankara: Regierung will nicht von Genozid an Armeniern reden

Nick Brauns

Wenige Tage vor dem 100. Gedenktag an die Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich am kommenden Freitag sorgt das »V-Wort« für Unruhe in den Regierungsfraktionen. Anträge von Linksfraktion und Grünen sprechen hier klar von einem »Völkermord« an bis zu 1,5 Millionen Angehörigen des christlichen Volkes – und sehen sich damit im Einklang mit rund 20 nationalen Parlamenten und Regierungen, dem Europaparlament und dem Papst. Auch in der ursprünglichen Fassung eines von den Abgeordneten Christoph Bergner (CDU) und Dietmar Nietan (SPD) vorgelegten Antrages war bereits in der Überschrift vom Völkermord die Rede. Doch nach Überprüfung des Antrages durch das Auswärtige Amt und die Fraktionsspitzen lautete die neue Überschrift »Erinnerung und Gedenken an die Vertreibungen und Massaker an den Armeniern vor 100 Jahren«. Das Wort Völkermord tauchte nur noch im Begründungsteil als Interpretationsmöglichkeit von Historikern auf.

Man sei an einer »Aufarbeitung ...

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