27.03.2015 / Inland / Seite 8

»Die große Koalition macht grundsätzlich, was sie will«

Bezieher von Hartz IV werden weiterhin von Kindergeld ausgeschlossen. Gespräch mit Martin Behrsing

Gitta Düperthal

Martin Behrsing ist Sprecher des »Erwerbslosenforums Deutschland« in Bonn

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, das Kindergeld um vier Euro monatlich zu erhöhen, ab 2016 soll es weitere zwei Euro geben. Über einen Steuerfreibetrag profitieren allerdings Besserverdienende. Kann angesichts solch lächerlicher Beträge überhaupt von Familienförderung die Rede sein?

Wäre es nicht so traurig, könnte man schallend lachen. Nahezu anmaßend ist es, in dem Zusammenhang von »Erhöhung« zu sprechen. Nicht nur, weil die Beträge knauserig sind; der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einzig umgesetzt, wozu er verfassungsrechtlich gezwungen ist. Obendrein wird das Kindergeld – von bislang durchschnittlich 184 Euro zunächst auf 188 Euro erhöht – sowieso auf den Hartz-IV-Regelsatz angerechnet. Dies bedeutet: Das Geld kommt bei den tatsächlich Bedürftigen gar nicht an; weder bei den Eltern noch bei den Kindern. Langzeiterwerbslose und Sozial...

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