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23.03.2015 / Feuilleton / Seite 10

Organisiertes Vergessen

Das Berliner Maxim-Gorki-Theater befasst sich mit dem Völkermord an den Armeniern

Anja Röhl

Nach Fatih Akins »The Cut« wagt sich nun das Maxim-Gorki-Theater  an die Geschichte des millionenfachen Mordes an den Armeniern im Ersten Weltkrieg. Unter der Regie von Hans-Werner Kroesinger soll der Genozid auf der Bühne nachgezeichnet werden. Gezeigt wird dabei auch die deutsche Beteiligung an ihm.

Zum grausamen Vorgehen des damaligen Osmanischen Reichs gegen die Armenier kam es bereits Monate nach Beginn des Ersten Weltkrieges. Gefangene wurden durch Arbeit vollkommen erschöpft, andere massakriert, erstochen oder zu Tode geprügelt. Gehetzt, geschändet und auf erbarmungslosen Märschen in den Tod getrieben, verloren wohl über 1,4 Millionen Armenier ihr Leben.

»Wer redet heute noch von den Armeniern?« fragte Hitler später, um Zweifel an den Vernichtungsaktionen der deutschen Faschisten auszuräumen. Tatsächlich war der Völkermord mit all seinen Bestialitäten schon da weitgehend aus dem Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit getilgt worden. Dabei wies de...

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