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19.03.2015 / Thema / Seite 12

»... bis alles in Scherben fällt«

Der »Nero-Befehl« vom 19. März 1945: Hitler ordnet die Zerstörung von Verkehrs- und Nachrichtenanlagen, von Industrie- und Versorgungseinrichtungen im Reichsgebiet an

Manfred Weißbecker

Marschierten in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg Verbände von SA, SS und anderen nazifaschistischen Organisationen auf, sangen sie oft ein Lied. Sein Titel: »Es zittern die morschen Knochen«. Text und Komposition stammten von Hans Baumann, der seit 1934 als Mitglied der Reichsjugendführung das »ewig-germanische Wesen« und die »Frontkameradschaft« pries. Schauderhaft tönte der Refrain: »Wir werden weiter marschieren, wenn alles in Scherben fällt, denn heute, da hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.« Jeder sollte verstehen, die ganze Welt habe auf Deutschland zu hören, ihm zu gehorchen und mehr noch: zu gehören. Zudem hieß es: »Und liegt vom Kampfe in Trümmern die ganze Welt zuhauf, das soll uns den Teufel kümmern ...« Zwölf Jahre, nachdem den Nazis die Macht übertragen worden war, lag das von ihnen beherrschte Land in Trümmern – zerstört in einem 1939 durch sie entfesselten Krieg, der 1944/45 auf deutschen Boden zurückkehrte, zerstört ...

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