07.02.2015 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Befreiung im Mangaland

Widerständige Comickultur im Japan der 1960er Jahre

Michael Streitberg

Verklemmte Softpornoerotik, vor Geschlechterklischees triefende Schulhofromanzen oder mit ausufernden Kampfszenen garnierte Abenteuergeschichten, denen nach Tausenden von Seiten der rote Faden abhanden kommt: Wer heute an Manga (Comics aus Japan) denkt, hat häufig diese oder ähnliche Klischees vor Augen. Auf den ersten Blick scheint der deutsche Mangamarkt einen solchen Eindruck zu bestätigen, obgleich sich das Angebot an übersetzten Werken erheblich ausdifferenziert hat.

Dennoch bleiben Manga hierzulande in ihrer verhältnismäßig kleinen Nische gefangen. Anspruchsvollere Werke werden von Comicliebhabern geschätzt. Die meisten erfolgreichen Mainstreamveröffentlichungen zielen auf ein Publikum im Teenageralter. Gleichgesinnte finden sich auf Conventions (Messen) zusammen oder leben ihre Begeisterung in Form des sogenannten Cosplay (eine Kurzform von Costume Play, beziehungsweise Verkleiden) aus, wobei sie in die oft in monatelanger Kleinarbeit selbst geschn...

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