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27.01.2015 / Feuilleton / Seite 10

Wasserinwertsetzung

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge

In Somalia begann der Zerfall des Staates mit der auf Druck des IWF und der Weltbank erfolgten Kommerzialisierung der Weidewirtschaft und der Privatisierung der Brunnen. Die nomadischen Viehzüchter konnten sich daraufhin das Wasser für ihre Rinder nicht mehr leisten, sie reduzierten die Herden immer mehr oder gaben die Viehzucht ganz auf – und zogen in die Städte, wo sie dann arbeitslos waren.

In der von Dürren heimgesuchten Sahelzone hatte schon die französische Kolonialregierung den Rinderzüchtern helfen wollen, indem sie einen Brunnen nach dem anderen anlegte. Diverse Entwicklungshilfeorganisationen taten es ihr nach. In »Zu viele Teufel im Land«, seinen »Aufzeichnungen eines Afrikareisenden«, schrieb Paul Parin schon in den 80er Jahren, als dort eine schwere Trockenperiode herrschte: »Der Sahel hatte sich schrecklich verändert. Um die neuen Brunnen hatten sich die Herden vermehrt, die spärliche Grasnarbe war im weiten Umkreis bis auf die Wurzeln...

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