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27.01.2015 / Thema / Seite 12

Leben mit dem KZ

Die Stadt Oświęcim 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Eine Reportage von

Robert Allertz

Oświęcim ist über 800 Jahre alt. Die deutschen Faschisten ruinierten den guten Ruf der polnischen Stadt binnen fünf Jahren. Einst trug sie den Beinamen »Jerusalem«, weil Polen, Juden und Deutsche friedlich miteinander lebten. Heute ist »Auschwitz« eine Metapher für den deutschen Faschismus.

Durch den bröckelnden Putz lugen hell die Späne. Die Männer vom Bau nennen sie »Sauerkrautplatten«. Die deutsche Industrienorm von 1938 legt fest: langfaserige Holzwolle mit einem Bindemittel zu Platten gepresst, vorzüglich als Dämmaterial geeignet. Oder als Kugelfang. Die Hinrichtungswand im Innenhof zwischen Block 11 und 10 im Stammlager ist damit verkleidet. Und jetzt finde ich sie hier, in der »Krupp-Halle«, der Produktionsstätte der damaligen Krupp AG. Vor der Ruine steht noch die alte, stacheldrahtbewehrte Mauer, die einst KZ-Häftlinge aufrichteten. Ich war durch ein Loch in das Areal geschlüpft und wandere durch die riesige, leere Werkhalle. Moos breit...

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