26.01.2015 / Inland / Seite 4

Familien können Kaffee kochen

Und SPD-Steinmeier sollte Kurt Tucholsky in Ruhe lassen

Matthias Krauß

Die Toten mahnen uns. Und manchmal ärgern sie uns. Aber so ziemlich das letzte, was ihrem Andenken zugemutet werden sollte, ist eine Ehrung aus dem falschen Mund.

Die 125. Wiederkehr des Geburtstags des Dichters und Journalisten Kurt Tucholsky war dem SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier Anlass, den Verblichenen als »Kämpfer für ein friedliches Zusammenleben der Völker, gerade vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen im Ersten Weltkrieg« zu ehren, dessen »Satire gegen die Ungerechtigkeit« angerannt sei. »Zu einer offenen Gesellschaft zählt, dass wir Meinungsverschiedenheiten aushalten.« Steinmeier schloss: »Ich bin sicher: Tucholsky würde heute gemeinsam mit uns sagen ›Je suis Charlie Hebdo‹.«

Vielleicht hätte der Dichter heute ja lieber gesungen: »Jetzt kommt Kurt.« Man fragt sich wirklich: Hat Tucholsky das verdient? Was Steinmeier »Meinungsverschiedenheiten« nennt, war mehr, war eine prinzipielle Ablehnung. Tucholsky hat die SPD in sei...

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