26.01.2015 / Feuilleton / Seite 10

»Ist das jetzt echt?«

Deutsches Kino soll wieder wuchtig sein: »Wir sind jung, wir sind stark« verhandelt das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen von 1992 als ultraprätentiösen Spielfilm

Peer Schmitt

Es ist keine dreißig Jahre her, da hatte die ZDF-Redaktion »Das kleine Fernsehspiel« noch erfolgreich mitgeholfen, eine kosmopolitische Filmgeschichte zu schreiben. Wenn jetzt bei dem Sender überhaupt noch was geschieht, wird geholfen, Produktionen von der Art des Films »Wir sind jung, wir sind stark« von Burhan Qurbani (2010 mit »Shahada« im Wettbewerb der Berlinale) zu stemmen. Es handelt sich offensichtlich um die Geschichte eines Verfalls.

Rostock-Lichtenhagen August 1992. Man erinnert sich an das kanonisch gewordene Bild: Der besoffene Ossi-Prolo im Doitschland-Weltmeister-Fußballtrikot und der vollgepissten Jogginghose, der die Welt mit dem doitschen Gruß begrüßt und ihr somit anzeigt, daß die Zeichen der Zeit auf Verwahrlosung gestellt sind.

Dieses Bild wird gegen Ende des Films inmitten des Pogroms en passant nachgestellt. Die Authentizität des Geschichtlichen ist dabei allerdings nicht das primäre Ziel. Der Film bedient sich schließlich des deutl...

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