20.01.2015 / Feuilleton / Seite 10

Mit der letzten Kraft

Humanismus und Terror: Am Berliner Maxim Gorki läuft »Zement« von Heiner Müller

Anja Röhl

Wenn denn der Kapitalismus, und nicht der Kommunismus, das Schicksal der Menschheit sei, dann bedeute das für die Privilegierten die bequemste Form des ökologischen Selbstmords, wird im Berliner Maxim Gorki ein Heiner-Müller-Zitat von 1993 verwendet, um ein berühmtes Heiner-Müller-Stück von 1972 aufzuführen. Sebastian Baumgarten inszeniert »Zement«. Im Programmzettel findet sich die These, Zement sei als große Tragödie über den Widerstand gegen die Vergeblichkeit zu verstehen.

Müllers Stück, das er nach einem Roman von Fjodor Galdkow schrieb, handelt davon, wie der Sozialismus zum realen wurde und was das für Probleme mit sich brachte. Im ausgehenden Kriegskommunismus, als die Rote Armee die Oktoberrevolution gegen ausländische Interventionsarmeen wie inländische Aufstandsbataillone verteidigte, kehrt Gleb Tschumalow 1920 nach drei Jahren an der Front in sein Heimatstädtchen zurück. Die Stimmung ist schlecht, es geht um Mangel, Angst und Hunger. Das Zemen...

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