16.01.2015 / Inland / Seite 8

»Die Gesinnungsschnüffelei muss endlich aufhören«

Betroffene fordern Aufarbeitung der Berufsverbote im Zuge des Radikalenerlasses von 1972. Ein Gespräch mit Klaus Lipps

Susan Bonath

Ihre Gruppe fordert die Aufarbeitung der Berufsverbote in Baden-Württemberg, die im Rahmen des sogenannten Radikalenerlasses von 1972 verhängt wurden. Sie haben dafür eine Kampagne gestartet. Was erwarten Sie?

Wir erwarten, dass die grün-rote Mehrheit in Baden-Württemberg dieses elende Kapitel abschließt. Hunderte wurden damals als Verfassungsfeinde diffamiert und hatten viele Jahre große berufliche Nachteile. Für dieses Unrecht müssen sich die Verantwortlichen bei uns Betroffenen entschuldigen und uns politisch rehabilitieren. Für jene, die in materielle Not geraten waren, verlangen wir eine Entschädigung. Zudem wollen wir, dass der Verfassungsschutz aufgelöst wird. Er spielte eine zentrale Rolle dabei.

Was haben Sie bisher unternommen?

Vor gut zwei Jahren baten wir die Landesregierung schon einmal um Aufarbeitung. Wir hatten gewisse Hoffnungen in die neue Landesregierung aus SPD und Grünen gesetzt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann war damals selbs...

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