16.01.2015 / Feuilleton / Seite 11

Hochseriöses Getue

Wann fragt der Fisch nach dem Wurm? Die Lobbyistenkomödie »Stille Macht« von Helma Fries in der Berliner Companie

Anja Röhl

Vergangenen Samstag tagte in Berlin die 20. Rosa-Luxemburg-Konferenz dieser Zeitung. Ein richtig gutes Auftaktprogramm bot am Vorabend die Berliner Compagnie in Kreuzberg mit der Premiere des Stücks »Stille Macht« von Helma Fries, inszeniert von Elke Schuster.

Thema ist ein Blick ins »Innere der Bestie«, wie man das früher etwas pathetisch ausgedrückt hat, in die Lobbyistenküche der Reichen und Mächtigen. Da bildet eine mustergültige Agentur mit dem treffenden Phantasienamen »Utterly und Quiet« Netzwerker aus, die den Politikern ein X für ein U vormachen. Es geht um modernste Betrugspraktiken, verpackt in hochseriöses Getue, mit lebensgefährlichen Inhalten, die den EU-Parlamentariern verkauft werden. Die letzten Reste von Scheindemokratie werden mit Verve ausgehebelt, selbstverständlich in freundlich-moderner Lounge-Sofa-Atmosphäre.

Die Lobbyisten stehen für verschiedene Kartelle der Waffen-, Tabak-, Fleisch-, Energie- und Agrarindustrie, deren Interessen...

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