15.01.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Wer hat womit geschossen?

Elf Tote nach Anschlag in der Ostukraine: Überlegungen zur Urheberschaft des Angriffs auf einen Reisebus bei Donezk

Reinhard Lauterbach

Beim Beschuss eines Reisebusses südlich von Donezk am Dienstag nachmittag sind elf Menschen getötet worden. Die ersten Schuldzuschreibungen waren routinemäßig. Die ukrainische Seite bezichtigte die Aufständischen (»Terroristen«) des Verbrechens. Diese erklärten aber, sie hätten mit dem Anschlag nichts zu tun. Russland machte Kiew für das Massaker verantwortlich. Das war alles erwartbar und bringt die Antwort nicht näher, wer dieses Kriegsverbrechen an Zivilisten verübt hat.

Kiew hat sich schnell festgelegt. Der Sprecher der »Antiterroroperation« erklärte noch am Dienstag, die Aufständischen hätten einen Kontrollpunkt der Regierungstruppen mit Raketenwerfern vom Typ »Grad« – in Deutschland bekannt unter dem Namen »Stalinorgel« – beschossen. Dabei sei der Bus getroffen worden. Selbst die Regierungsseite unterstellt also den Aufständischen allenfalls bedingten Vorsatz: Nicht der Bus sei Ziel gewesen, sondern der Kontrollpunkt. Politische Stoßrich...

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