13.01.2015 / Inland / Seite 4

Kein Gesprächspartner

Aufklärung statt Anbiederung: Initiative »Keupstraße ist überall« lehnt Seminar mit Verfassungsschutz bei Böckler-Stiftung ab. Kölner Nagelbombe Thema im NSU-Prozess

Erst standen sie und ihre Nachbarn jahrelang selbst unter Verdacht, dann konnten sich die Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße kaum noch vor staatstragenden Akteuren retten, die ihnen ihr Mitgefühl bekundeten und sich scheinbar auf Augenhöhe mit ihnen begaben. Möglicherweise zum Teil in der Hoffnung, dass den Geschädigten die Luft für allzu kritische Nachfragen zum Thema »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) und Geheimdienste wegbleiben würde, wenn man sie nur fest genug umarmte. Soweit kam es allerdings nicht.

Die Initiative »Keupstraße ist überall«, die eng mit den Opfern des Anschlags auf die migrantisch geprägte Einkaufsmeile zusammenarbeitet, hat am Freitag erneut ein Zeichen gesetzt, indem sie nach eigenem Bekunden ihre Teilnahme an einem Seminar mit einem Vertreter des Verfassungsschutzes (VS) absagte. Motto »Rechter Terror und die Folgen: Das Verhältnis von Staat und Gesellschaft bei Prävention und Intervention«. Veranstalt...

Artikel-Länge: 3772 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe