10.01.2015 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Würzburg war wirklich eine Schule des Widerstands«

Gespräch mit Otto Köhler. Über seine Kindheit im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland, erste publizistische Gehversuche und eingebettete Journalisten

Stefan Huth

Otto Köhler, geboren am 10. Januar 1935 in Schweinfurt, veröffentlicht regelmäßig in junge Welt. Er ist Mitherausgeber und regelmäßiger Autor der Zweiwochenschrift Ossietzky sowie Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Ihre Kindheit in der Nazizeit haben Sie in Franken verbracht, in Schweinfurt und Umgebung. Damals waren Sie nach eigenem Bekunden glühender Anhänger von Hitler ...

Ich bekam natürlich zu den Kriegsweihnachten als kleiner Junge immer ein Paket voller Soldaten aus Bakelit und begeisterte mich für die Wehrmacht. Entscheidenden Einfluss hatte dabei die »Kriegsbücherei der deutschen Jugend«. Mein erstes bewusstes Erlebnis datiert auf den November 1938. Ich war knapp vier Jahre, mein Vater und ich, wir waren beim Rathaus in Schweinfurt am Zeitungskiosk, er kaufte sich sein Abendblatt. Da kamen Rauchwolken vom Osten der Stadt her, und die Leute sagten: »Es brennt bei den Juden.« Das war der 9. November, und ich dachte mir wohl nicht viel dabei. Be...

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