09.01.2015 / Thema / Seite 12

»Und nichts erfordert mehr Charakter...«

Vor 125 Jahren wurde der antimilitaristische Schriftsteller Kurt Tucholsky geboren

Kurt Pätzold

Wie kann ein Angehöriger der vierten Generation der Nachgeborenen, falls ihn sein Deutschlehrer oder sein einschlägiges Lesebuch aus der Schulzeit nicht mit ihm bekannt gemacht haben, auf Kurt Tucholsky stoßen? Wenn er ein Berliner ist und sich in Stadtmitte auskennt, durch ein Straßenschild mit dessen Namen. Die Straße hat ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel und hieß vordem zuletzt Artilleriestraße. Die Umbenennung erfolgte im Jahre 1951, also in Frühzeiten der DDR, und der Tausch eines Namens, der eine Waffengattung bezeichnet, gegen den eines Antimilitaristen kann durchaus als programmatisch und als ein Ausweis jener gesehen werden, die da Namensgeber und Taufpaten waren.

In öffentlichen Räumen

Ähnliche Begegnungen sind auch im Berliner Norden denkbar. Dort hatte in dem im bundesrepublikanischen Sprachgebrauch unter der Bezeichnung Pankoff bekannten Stadtteil, gelegen im Zoffjetsektor, eine Schule den Namen Tucholskys er- und dann auch behalten. Die »...

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