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03.01.2015 / Inland / Seite 4

Viel größer als gedacht

Jahresrückblick. Heute: NSU-Prozess. Die These vom »Trio« ist längst widerlegt – und »Brüder« schweigen bis in den Tod. Verhandlungstermine bis Anfang 2016

Claudia Wangerin

Regelmäßige Prozessbeobachter kennen sich inzwischen. Sie wissen zum Beispiel, dass der skurrile Verehrer von Beate Zschäpe, der immer in der ersten Reihe sitzt und sie mit der Jungfrau von Orleans vergleicht, nicht zu den organisierten Neonazis gehört, die manchmal auch auf der Zuschauertribüne im Saal A 101 des Oberlandesgerichts München auftauchen. Meistens zwinkern sie eher Ralf Wohlleben zu, der außer Zschäpe als einziger von fünf Angeklagten in Untersuchungshaft sitzt – oder André Eminger, der auf freiem Fuß ist und gerne mal mit Sprüchen wie »Brüder schweigen bis in den Tod« auf dem T-Shirt herumläuft. Zschäpe können sie weniger einschätzen. Anders als Wohlleben hat sie keine Szeneanwälte, und anders als Eminger kleidet sie sich nicht provokant.

Die Hauptangeklagte schweigt auch nach 172 Verhandlungstagen. Die Beweisaufnahme zur Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) sprang auch im Jahr 2014 zwischen verschie...

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