Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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02.01.2015 / Inland / Seite 8

»Wo hätte sie hingehen sollen mit ihren drei Kindern?«

Berliner Bündnis will eine Zwangsräumung verhindern, Besuch bei der Bezirksstadträtin. Ein Gespräch mit Sara Walther

Gitta Düperthal

Sara Walther ist Mitglied der Berliner Initiative »Zwangsräumung verhindern«

Ausgerechnet zu Silvester hat die Claus Hausverwaltung GmbH die Zwangsräumung einer alleinerziehenden Frau mit drei Kindern aus ihrer Wohnung im Berliner Bezirk Schöneberg/Tempelhof veranlasst. Ihr Bündnis »Zwangsräumung verhindern« will deswegen jetzt Bezirkssozialstadträtin Sibyll-Anka Klotz einen Besuch abstatten – was ist der Hintergrund?

Zunächst war es das übliche Geschäftsgebaren: Der Eigentümer kündigt, das Gericht bestätigt die Kündigung, woraufhin er den Räumungstitel erhält und den Rausschmiss des Mieters einleiten kann. Deshalb hätte Frau S. am 31. Dezember die Wohnung verlassen müssen, was sie nicht kann: Wo hätte sie hingehen sollen mit ihren drei Kindern? Sie hat keine neue Wohnung und lebt von Hartz IV. Ihr bleibt jetzt nur noch eine 14tägige Frist, um die Wohnung zu räumen.

Es ist aber auch ein politischer Skandal: Sie ist 2006 in eine Sozialwohnung eingezo...

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