29.09.2001 / Inland / Seite 0

»Aus diesen Aktien tropft Blut«

IG-Farben-Zwangsarbeiter kämpfen um ihre Ansprüche. Als 2001 endlich eine Stiftung gegründet wird, ist das dafür vorgesehene Vermögen von drei Millionen auf 500 000 Mark zusammengeschmolzen.

Hans G Helms

»Seitdem wir im Jahre 1986 das Auschwitz-Komitee gegründet haben – Peter Gingold, Hans Frankenthal und ich –, reden wir schon davon, daß IG Farben abgewickelt werden muß.« Die 76jährige Esther Bejarano hat das Konzentrationslager Auschwitz überlebt und ist – wie ihre beiden Mitgründer des Komitees – eine engagierte Kämpferin für die Liquidation der Vermögensreste des an den Naziverbrechen am stärksten beteiligten Industrieunternehmens: des IG-Farben-Konzerns. Wenn IG-Farben-Opfer mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des Naziregimes noch um Entschädigung kämpfen müssen, dann hat das seine Ursachen in Geschehnissen der frühen Nachkriegszeit.

Eine Tochterfirma der IG Farben hat das Zyklon B für die Vernichtung der Juden, Sinti und Roma geliefert. Zum Bau der IG Buna- und Hydrierwerke in Monowitz ist das KZ Auschwitz III angelegt worden, von dessen Häftlingen 30000 zu Tode geschunden worden sind. In jedem IG-Farben-Betrieb ...

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