29.12.2014 / Feuilleton / Seite 11

Langsam in die Höhe schweben

Postdramatik in Zeiten des Krieges: Das Berliner HAU lädt zur »Waffenlounge«

Teresa Falk und Florian Neuner

Neue Waffensysteme, deutsche Wertarbeit und Exportpolitik sind Themen, die nicht nur jeden halbwegs politisch wachen Geist beschäftigen dürften. Auch die zunehmende Zahl an einschlägigen Publikationen, insbesondere zu Drohnen, ist unübersehbar. Während aber der theoretische Diskurs mit Texten wie Grégoire Chamayous soeben auf deutsch erschienenem grandiosen Titel »Ferngesteuerte Gewalt« bereits in der Philosophie angekommen ist, mogelt sich die künstlerische Praxis nur allzuoft an einer tatsächlichen Kritik dieses »Fortschritts« vorbei.

Da erfreuen sich etwa die einen daran, ihre Spielzeugdrohne vom Elektrodiscounter am BND-Zaun entlang spazierenzufliegen, da zitiert so mancher Film – mit Hilfe von Spezialeffekten ganz authentisch verfremdet – die Qualität von Überwachungs- oder Handyvideos. Am wenigsten wird Kunst aber wohl diesen Entwicklungen gerecht, wenn »unmanned aerial vehicles« als seelenlose Maschinen-Ichs imaginiert werden.

Die ganze...

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