27.12.2014 / Ansichten / Seite 8

4.600 Tote – wofür?

Der Ukraine-Konflikt bleibt ungelöst

Reinhard Lauterbach

Der Bürgerkrieg in der Ukraine scheint ins Stadium des »eingefrorenen Konflikts« einzutreten. Die Metapher steht für eine Reihe von Sezessionskriegen im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion, in denen keine Seite einen entscheidenden Sieg davontragen konnte und in denen irgendwann die Kosten ihrer Fortsetzung den Nutzen einer weiteren aktiven Konfrontation überwogen. Die bekanntesten Beispiele sind der armenisch-aserbaidschanische Streit um Nagorny-Karabach und der Konflikt zwischen Moldau und den russisch-ukrainischen Bewohnern des Industriegebiets östlich des Dnjestr, der zur Bildung des international nicht anerkannten Staatswesens Transnistrien geführt hat, das dennoch seit gut 20 Jahren besteht.

Eine Reihe von Anzeichen deutet darauf hin, dass auch der Bürgerkrieg um den Donbass davorsteht, auf diese ungute Art »einzuschlafen«. Ungut deswegen, weil kein einziges der Probleme, die dem Konflikt zugrunde liegen, gelöst worden wäre. I...

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