23.12.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Keine Interessenvertretung

Miese Entlohnung und unbezahlte Überstunden statt »Luxusmode und Fine Jewelry«: Onlinehändler Stylebop.com verhindert mit Kündigungen Betriebsratswahl.

Gudrun Giese

In jedem Betrieb mit fünf und mehr Beschäftigten kann ein Betriebsrat gewählt werden – so sieht es das Betriebsverfassungsgesetz vor. Das Unternehmen hat an dieser Stelle nichts zu melden, darf die Wahlvorbereitungen nicht behindern oder einschränken und den Initiatoren einer Beschäftigtenvertretung weder mit Sanktionen drohen noch sie gar entlassen. Soweit die Theorie.

In der Praxis sieht das allerdings oft ganz anders aus. Gerade in kleinen und mittelgroßen Betrieben wird eine geplante Betriebsratswahl vom Unternehmen als Bedrohung betrachtet, die um jeden Preis verhindert werden muss. So auch beim prosperierenden Onlinehandel für Luxusmode Stylebop.com: Kaum hatten vor den Münchener Firmenräumen hauptamtliche ver.di-Sekretäre Anfang September 2014 versucht, Informationsmaterial zu verteilen, wurden zwei Beschäftigte entlassen, denen die Geschäftsleitung wegen ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft unterstellte, in die Aktion involviert gewesen zu sein...

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