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08.12.2014 / Feuilleton / Seite 11

Visuelle Kultur

Die meisten Menschen sind gebärdensprachbehindert - zur Veränderung der Kultur der Gehörlosen.

Wolfgang Müller

Als sich vor einem Jahr, am 15. Dezember 2013, die Mächtigen der Welt bei der Beerdigung von Nelson Mandela trafen und salbungsvolle Reden hielten, lenkte ein unbekannter Dolmetscher für Gebärdensprache fast die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings erst im nachhinein.

Er stand hinter Barack Obama, einem der am meisten beschützten Politiker der Welt, und machte wirre Handbewegungen. Es waren frei erfundene Gesten ohne jede Bedeutung, angeblich ausgelöst durch eine spontane Psychose. Nach der Trauerfeier bot der nun als »Fake-Dolmetscher« bekanntgewordene Thamsanqa Jantjie sowohl Anlass zu Häme wie auch zu Überlegenheitsgefühlen. Unter den Gebärdensprachlern wurde dieser Skandal allerdings anders diskutiert. So meinte der grüne Berliner Kommunalpolitiker Martin Zierold, immerhin seien die Organisatoren in Südafrika überhaupt auf die Idee gekommen, einen Dolmetscher für Gebärdensprache zu verpflichten. In Deutschland dagegen werden selbst TV-Sondersen...

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