04.12.2014 / Titel / Seite 1

Von Liebknecht lernen

Linke-Politiker erinnern an Liebknechts »Nein« zu den Kriegskrediten 1914. Heute brennt die Welt erneut

Sebastian Carlens

Vor hundert Jahren war es der damalige sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht, der als einziger während einer Reichstagssitzung am 2. Dezember 1914 gegen die Bewilligung von Kriegskrediten stimmte. Die SPD hatte bereits einen Burgfrieden mit der kaiserlichen Regierung geschlossen, Karl Liebknecht wurde zur Strafe für seine unerschütterliche Haltung an die Front einberufen. Die SPD hatte aufgehört, eine antimilitaristische Partei zu sein.

Am Dienstag abend erinnerten prominente Linke-Politiker an Liebknechts Nein. Unter dem Motto »1914 bis 2014. Damals wie heute: Nein zum Krieg« traten die Abgeordnete Sevim Dagdelen, der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi, der ehemalige Parteivorsitzende Oskar Lafontaine und die stellvertretende Fraktionschefin Sahra Wagenknecht im vollbesetzten Berliner Kulturzentrum WABE auf. Die Erinnerung an dieses Datum sollte der Linken eine Selbstverständlichkeit sein, immerhin ist sie die einzige im Bundestag vert...

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