28.11.2014 / Feuilleton / Seite 10

»Ach!« ruft Alkmene

Eine freie Stimmung: »Amphitryon« von Katharina Thalbach im Berliner Ensemble

Anja Röhl

Katharina Thalbach liebt den Witz und das Spiel mit den sogenannten großen Männern, die sie gern ironisierend darstellt. »Amphitryon«, die antike Doppelgängerkomödie, in der die Liebhaberliebe und die Ehegattenliebe gegenübergestellt werden, scheint wie für sie und das Berliner Ensemble geschaffen.

Zur Vorbereitung nahm sie sich dreier Fassungen an: Plautus (200 v. u. Z.), Moliere (1668) und Kleist (1807). Des weiteren integriert sie eine griechische Musikgruppe (von Marc-Alexej Papanastasiou) in das Stück, das dadurch auf fast absurde Weise gegenwärtig erscheint. Spielt die Band, wirken die Kostüme und Bühnenaufbauten sofort »griechisch«, zu einem realen Land zugehörig. Soviel zur Macht des Klischees.

Auch das Bühnenbild ist verspielt, aber nicht aufdringlich. Jupiter (Martin Seifert) sitzt zu Beginn als graues Denkmal auf einem Thron. Hinter ihm der Olymp als eine Bergstadt vor nächtlichem Himmel. Die Kostüme sind geschickt aus Tüchern drapiert, eine An...

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