07.11.2014 / Ausland / Seite 7

Sambias weißer Ritter

Nach dem Tod von Staatschef Michael Sata hat Interimspräsident Guy Scott einen Machtkampf losgetreten

Christian Selz

Guy Scott ist ein Freund klarer Worte. Den Alltag an der Eliteschule im damaligen Rhodesien, die der heute 70jährige einst selbst besucht hatte, verglich er im vergangenen Jahr wegen ihrer Ausgrenzung von Schwarzen mit den Verhältnissen in der Hitlerjugend. Die Regionalmacht Südafrika watschte der damalige Vizepräsident Sambias im gleichen Interview mit dem britischen Guardian als »in ihrer historischen Entwicklung sehr rückständig« ab. Seit Mittwoch vergangener Woche ist Scott Präsident seines Landes, das erste demokratisch legitimierte weiße Staatsoberhaupt auf dem afrikanischen Festland überhaupt. Der Sohn britischer Einwanderer folgt interimsweise auf den einen Tag zuvor gestorbenen Präsidenten Michael Sata und wird höchstens 90 Tage im Amt bleiben. Dann spätestens muss ein neuer Staatschef gewählt werden. Scott kann nicht kandidieren, so schreibt es die Verfassung vor, da seine direkten Vorfahren nicht »Sambier durch Geburt oder Abstammung« waren. Do...

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