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13.10.2014 / Feuilleton / Seite 11

Das böse Ohr

Klare Worte, offene Form und das »Kommunistische Manifest«: zum Tod des Komponisten Konrad Boehmer.

Florian Neuner

In den Programmen der Festivals für Neue Musik hierzulande suchte man Konrad Boehmer in den letzten Jahren vergeblich. Nicht einmal seine Faust-Oper aus den achtziger Jahren hat es bislang an ein deutsches Haus geschafft. Dabei war der 1941 in Berlin geborene, im Rheinland aufgewachsene Komponist und Kritiker nicht gerade das, was man einen Außenseiter des Musikbetriebs nennen würde: Professor immerhin in Den Haag und Leiter des berühmten Instituts für Sonologie. Er starb am 4. Oktober in Amsterdam.

Boehmer war scharfzüngig, sehr humorvoll und sprühte vor Ideen. Er hatte seinen eigenen Kopf und sprach unverblümt, ohne sich um Konsensfindung zu bemühen. In der kleinen Welt der Neuen Musik, in der jeder jeden kennt und in der man aufeinander und auf die Generosität der Ernst von Siemens Musikstiftung angewiesen ist, ist das nicht üblich, um nicht zu sagen verboten.

Er hat sich mit vielen angelegt: mit Karlheinz Stockhausen, dessen Autorität er sich nicht un...

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