27.09.2014 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die politische Ignoranz ist einfach unsäglich«

Gespräch mit Ulrich Chaussy. Über das Oktoberfestattentat 1980, einseitige Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden, Vernichtung von Beweismitteln und den Rechtsaußenkurs von Franz Josef Strauß

Reinhard Jellen
Ulrich Chaussy ist Journalist und Sachbuchautor. Er veröffentlichte Bücher über den Obersalzberg, Rudi Dutschke und das Oktoberfestattentat. Er hat maßgeblichen Anteil daran, daß die offizielle These von der Einzeltäterschaft Gundolf Köhlers in Zweifel gezogen werden konnte.

Herr Chaussy, das Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 ist mit 13 Toten und über 200 teilweise schwer Verletzten das schlimmste in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Es wurde in der Schlußphase des Wahlkampfs zwischen Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß verübt. Wäre Gundolf Köhler, der bald als Bombenleger identifiziert wurde und nachweislich Kontakte zur rechten Szene hatte, nicht unter den Toten gewesen, hätte man das Attentat den Linken in die Schuhe schieben können. Welche Auswirkungen hätte das auf den Bundestagswahlkampf gehabt?

Das ist eine völlig spekulative Frage. Aus den Ermittlungen ist nur bekannt, daß Gundolf Köhler darüber im Freundeskreis spekuliert haben soll:...

Artikel-Länge: 18456 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe