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04.09.2014 / Feuilleton / Seite 13

Die letzten Dinge

»Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit« ist eine anrührende Tragikomödie, fast ohne Kitsch

André Weikard
Es sind oft letzte Dinge, die uns besonders wichtig erscheinen. Auch und gerade, weil sie uns vorher zur Gewohnheit geworden sind. Der Kuß zum Abschied, der letzte Arbeitstag, der letzte Tag in der alten Wohnung. Uberto Pasolini hat einen Film über einen Mann gemacht, der sich um die letzten Dinge kümmert. Die sind ihm natürlich auch besonders wichtig. Mr. May, ein duckmäusiger britischer Beamter, der eigentlich den Nachnamen Grey verdient hätte, verwaltet den Nachlaß von Toten, wenn dies kein anderer macht, wenn keine Verwandten oder Erben auffindbar sind.

Mr. May betritt fremde Wohnungen, in denen die Blumen verwelkt, die Bilder von Angehörigen vergilbt und das Essen im Kühlschrank verdorben sind. Er durchstöbert die Zeugnisse der Einsamkeit, liest Briefe von Kindern, mit denen der Kontakt irgendwann abbrach und wischt den Staub von Fotoalben. Er tut das mit großer Ehrfurcht und Sorgfalt. Und er legt Akten an. Akten, in denen er die traurigen Fälle dok...

Artikel-Länge: 3784 Zeichen

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