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21.08.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Kiew vor kaltem Winter

Das Problem der Energiebeschaffung in der Ukraine wird größer – und weitet sich zu einer Währungskrise aus

Reinhard Lauterbach
Es begann im Juli: Erst in Kiew, dann auch in anderen ukrainischen Großstädten wurde die zentrale Warmwasserversorgung abgeschaltet. Das konnte – und sollte – erst niemandem weiter auffallen, denn es ist in der Ukraine ebenso wie in Rußland seit Jahrzehnten üblich, daß im Hochsommer das warme Wasser für Wartungsarbeiten an den Netzen für zwei bis drei Wochen abgestellt wird. Daran sind die Menschen gewöhnt, und weil viele die Zeit ohnehin auf der Datscha verbringen, sind die Auswirkungen begrenzt.

Diesmal aber wird das warme Naß aus der Leitung länger auf sich warten lassen. Denn die Abschaltung wurde nicht mit der Netzwartung begründet – im Gegenteil, Vertreter städtischer Wasserwerke warnten sogar vor Korrosion der Netze bei längerem Stillstand. Es geht vielmehr darum, Gas zu sparen. Denn die Ukraine steht in der kommenden kalten Jahreszeit vor einer schlechten Versorgungslage bei Energierohstoffen. Die Kohleproduktion des Donbass ist...

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