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06.08.2014 / Inland / Seite 5

Von Schuhen und Drogen

NSU-Prozeß: Mutmaßlicher Waffenbeschaffer gibt sich als unpolitisch. Anderer Zeuge soll ihn nach Rauschmittelkonsum verwechselt haben

Claudia Wangerin, München
Jürgen L. gilt als Teil der Beschaffungskette für die Pistole, mit der die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun Männer türkischer, kurdischer und griechischer Herkunft erschossen haben sollen. Da ihm bisher nicht vorgeworfen wird, von diesen Plänen gewußt zu haben, gilt das Waffendelikt bereits als verjährt. Er selbst bestreitet den Vorwurf. Ein umfassendes Aussageverweigerungsrecht hat er als Zeuge im Prozeß um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) nicht. Doch was der 42jährige dem Oberlandesgericht München am Dienstag auftischte, war zum Teil so bizarr, daß Beobachter von »reiner Verarsche« sprachen und sich fragten, warum der Vorsitzende Richter Manfred Götzl sich das bieten lasse.

Jürgen L. ist mit 2,06 Meter Körpergröße ein Hüne. Trotz seiner auffälligen Erscheinung habe der Zeuge Andreas S., für den L. um die Jahrtausendwende eine Ceska-Pistole beschafft haben soll, ihn schlicht und einfach verwechselt,...

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