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06.08.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Nur eine Handvoll überlebten

»S-21«: Einstige Haft- und Folterzentrale ist heute Museum

Thomas Berger
Auf den ersten Blick scheint es der Gipfel der Perversion, ausgerechnet eine vormalige Schule zum größten Foltergefängnis des Regimes zu machen. Auf den zweiten Blick entbehrt die Entscheidung nicht einer gewissen Konsequenz: Den neuen Machthabern in Phnom Penh Mitte des Jahres 1975 waren vor allem die Angehörigen der Intelligenz als mögliche Verräter und Gegner suspekt. Lehrer, Ärzte, Beamte und buddhistische Mönche gehörten in ganz besonderer Weise zu jenen, die von den Roten Khmer verfolgt und ermordet wurden. Die Ideologie der Bewegung fußte auf der These, allein die Landbevölkerung sei revolutionär. Eine der ersten und weitreichendsten Entscheidungen von »Angkar«, dem inneren Führungszirkel der Bewegung, war daher die Evakuierung der Städte. Wer eine Brille trug, wurde auf dem Gipfel der politischen Paranoia bereits verdächtigt, der neuen Ära feindselig gegenüberzustehen,

Rund 17000 Menschen waren während der mehr als dreieinhalb Schreckensjahre der...

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