31.07.2014 / Medien / Seite 15

Vorverurteilung ist in

Flugzeug vermutlich abgeschossen, Absturzstelle »umkämpft«, seriöse Ermittlung unmöglich? Im Zweifel war’s der Russ’. Qualitätsmedien im Sinkflug

Claudia Wangerin
Der Grundsatz »Im Zweifel für den Angeklagten«, den Gerichtsreporter von Qualitätsmedien in der Regel ernst nehmen, galt in den Außenpolitikressorts von Spiegel bis taz bisher nur bedingt. Seit dem mutmaßlichen Abschuß der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine am 17. Juli gilt das Prinzip »Im Zweifel war’s der Russ’«. Tenor: Beweise werden vielleicht nachgeliefert; Strafmaßnahmen gehen vor. Einen Höhepunkt erreichte die Kampagne, als die Absturzstelle des Flugzeugs »umkämpft« war und Experten dort nicht ermitteln konnten, wie Spiegel online am Sonntag abend um 19.54 Uhr berichtete. Zu diesem Zeitpunkt muß aber die Titelseite für die gedruckte Ausgabe am nächsten Tag schon längst gestaltet gewesen sein: »Stoppt Putin jetzt« war dort am 28. Juli zu lesen – illustriert mit Porträtfotos von Todesopfern aus dem Passagierflugzeug. Der russische Präsident Wladimir Putin stand demnach als Schuldiger fest, die Regierung in Kiew dageg...

Artikel-Länge: 3092 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe