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08.07.2014 / Feuilleton / Seite 12

Seßhaftenkrise

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge
Mongolen in Berlin« hätte diese Kolumne auch heißen können. Vor kurzem ging es hier schon einmal um Nomadismus in der Mongolei, wo Regierung und US-Entwicklungshilfe die Viehzüchter seßhaft machen wollen (als »Farmer«), »um das Land nach vorne zu bringen«. Schon bald werde man es nicht wiedererkennen, versprechen Landeskundige und Bergbaukonzernchefs. Hierzulande sind die Vorzeichen umgekehrt. Immer mehr junge Leute beginnen zu nomadisieren. Sie ziehen irgendwelchen Praktika hinterher, suchen auf Brachflächen oder am Stadtrand Plätze für ihre Tippis, Wohnwagen und Phantasiebauten.

Um diese Phänome ging es zuletzt auf zwei Veranstaltungen in Ostberlin, eine war das Festival »Crossing Identities« im Radialsystem V (8.-15.6.) an der Spree, Höhe Schillingbrücke; die andere der »Deutsch-Mongolische Renntag« auf der Galopprennbahn in Hoppegarten (15.6.). Hier war viel Prominenz aus Ulaanbataar zugegen, galt es doch, »40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen...

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