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04.07.2014 / Thema / Seite 10

»Blankoscheck« aus Berlin

Geschichte. Die Mission des Grafen Hoyos Anfang Juli 1914. Deutsche und österreichisch-ungarische Staatsdiener handelten einen Krieg gegen Serbien aus

Reiner Zilkenat
Unmittelbar nach dem Attentat auf den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este am 28. Juni 1914 in Sarajewo (siehe jW-Thema vom 28./29.6.2014) be­gannen in Wiener Regierungskreisen und im Generalstab der k. k. Armee die Diskussionen über eine angemessene Reaktion der Habsburgermonarchie gegenüber Serbien. Denn dort wurden die Drahtzieher des Anschlags vermutet. Es handelte sich – so formulierte es Kaiser Franz Joseph I. – »um ein wohlorganisiertes Komplott (…), dessen Fäden nach Belgrad reichen«. Aus der Sicht der Regierenden in Wien galt es, den Nachbarn unter allen Umständen für den Anschlag »zur Rechenschaft« zu ziehen. Bereits seit einigen Jahren waren die Spannungen zwischen Serbien und Österreich-Ungarn eskaliert. Worum ging es dabei?

In den Balkankriegen von 1912 und 1913 hatte Serbien sein Territorium auf Kosten des Osmanischen Reichs bedeutend erweitern können. In Wien wurde daraus abgeleitet, daß der eigene E...

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