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23.06.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Putins Dilemma

Moskau fordert Verhandlungen, Kiew schießt – Granaten auf russische Grenzposten. Kreml geht auf Distanz zu Aufständischen

Reinhard Lauterbach
Rußlands Präsident Wladimir Putin hat die von seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko ausgerufene Waffenruhe als ersten Schritt zu einer Beruhigung der Lage im Donbass begrüßt. In einer am Samstag in Moskau veröffentlichten Erklärung forderte Putin darüber hinaus, daß Kiew und die Rebellen im Donbass direkte Verhandlungen aufnehmen sollten; anders sei Poroschenkos Plan unrealistisch und ohne jede Perspektive. Putins Erklärung ist die bisher deutlichste Distanzierung von den Äußerungen der Anführer des Aufstands in Donezk und Lugansk. Diese hatten Poroschenkos Aufforderung, die Waffen niederzulegen, als Ultimatum zurückgewiesen und verlangen als Vorbedingung für Verhandlungen einen Abzug der Kiewer Truppen aus der Region.

Die Chancen, daß Poroschenko auf diese Forderung eingeht, sind freilich äußerst gering. Denn hinter seinem Plan – der nichts anderes als ein Angebot zu freiem Abzug nach Rußland bei Kapitulation der Kämpfer ist – stehe...

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