02.06.2014 / Inland / Seite 2

»Grobes Unrecht zum Schaden der Demokratie«

Opfer der Berufsverbote in der BRD verlangen Rehabilitierung und Aufarbeitung. Ein Gespräch mit Cornelia Booß-Ziegling

Gitta Düperthal
Cornelia Booß-Ziegling ist gelernte Realschul­lehrerin. 1978 erhielt sie Berufsverbot

Die niedersächsischen Landtagsfraktionen von SPD und Grünen fordern, Berufsverbote aufzuarbeiten und die Rehabilitierung der Betroffenen in die Wege zu leiten. In Niedersachsen gibt es rund 130. Was haben Sie persönlich in der Vergangenheit erleben müssen?

Vom Berufsverbot betroffen war ich erstmals 1974, nach meinem Staatsexamen für das Lehramt und dem Referendardienst. Der Verfassungsschutz legte mir sogenannte »Erkenntnisse« vor. Bei einer ersten Anhörung der Bezirksregierung in Detmold wurde mir meine Mitgliedschaft in einer Hochschulgruppe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an der Universität Bonn vorgeworfen, meine Kandidatur zu diversen Gremien der Universität Bielefeld für den MSB Spartakus und zum Bielefelder Stadtrat für die DKP. Diverse Verhöre führten dazu, daß ich nicht im öffentlichen Schuldienst eingestellt wurde. Nach Meinung der entsprechenden I...

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