23.05.2014 / Ausland / Seite 7

Pate des Donbass

Ukraine: Warum sich Oligarch Achmetow für Kiew ausgesprochen hat, und warum er dafür drei Monate gebraucht hat

Reinhard Lauterbach
Rinat Achmetow, reichster Oligarch der Ukraine und als »Pate des Donbass« verschrien, hat sich offenbar entschieden. Mit seiner Absage an Steuerzahlungen zugunsten der »Volksrepublik Donezk«, mit der Organisation einer eigenen Ordnertruppe in Mariupol sowie durch die Organisation des Pseudowarnstreiks seiner Beschäftigten gegen die »Separatisten« hat er sich zu seinen Klassenbrüdern gesellt, die schon sehr schnell nach dem Februar-Umsturz ihren Frieden mit der Junta gemacht haben.

Diese Entscheidung Achmetows ist zunächst einmal in wirtschaftlicher Hinsicht konsequent. Die Schwerindustrie der Südostukraine, die dem Mann seinen Reichtum und seinen politischen Einfluß verschafft hat, beruht technologisch auf zwei Säulen: der Kohle des Donbass und dem Eisenerz aus dem westlich des Dnipro (russisch: Dnjepr) gelegenen Revier von Kriwij Rih (rus.Kriwoj Rog). Achmetow kann also an einem Wirtschaftskrieg und einer Isolation des Donbass von der Restukraine nicht ...

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